Mann vor Schriftzug "Productivity"

Was ist eigentlich Produktivität?

Was Produktivität bedeutet und wie wir sie messen können. Eine Begriffserklärung.


Zusammenfassung

  • Produktivität ist das Verhältnis von Produktionsfaktoren (Input) zum Produktionsergebnis (Output).
  • Es wird zwischen drei verschiedenen Produktivitätsmaßen unterschieden:
    • Arbeitsproduktivität
    • Kapitalproduktivität
    • Totale Faktorproduktivität
  •  Produktivität darf nicht mit Profitabilität, also reiner Gewinnmaximierung, verwechselt werden.

 

Unter Produktivität versteht man zunächst einmal ganz simpel das Verhältnis von Produktionsfaktoren (Input) zum Produktionsergebnis (Output). Unter Produktionsfaktoren verstehen Ökonomen typischerweise Arbeit und Kapital. Der Faktor Arbeit beschreibt den Arbeitseinsatz der Beschäftigten, z.B. gemessen in Arbeitsstunden. Der Faktor Kapital umfasst die Ausstattung an Maschinen oder ähnlicher Produktionsausrüstung. Das Ergebnis eines Produktionsprozesses sind Güter und Dienstleistungen. Für die Produktivität gilt: Je weniger an Arbeit oder Kapital im Produktionsprozess eingesetzt werden muss, um das gleiche Ergebnis zu erzielen (oder andersrum: Je größer das Ergebnis bei gleichem Input ist), desto höher ist die Produktivität.

Produktivität und wie sie gemessen wird.

Zur Messung der Produktivität wird jeder Input-Faktor einzeln oder alle zusammen mit dem Output ins Verhältnis gesetzt. Die Produktivität lässt sich dabei auf verschiedenen Ebenen messen, z.B. für Arbeiter, Unternehmen oder eine ganze Volkswirtschaft.

Quelle: Eigene Darstellung

Faktor 1: Die Arbeit

Die Arbeitsproduktivität ist das meistverwendete Produktivitätsmaß. Sie bemisst die Wertschöpfung (Output), gemessen am Arbeitseinsatz (meist an einer geleisteten Arbeitsstunde). Auf der aggregierten Ebene einer Volkswirtschaft wird zur Messung der Wertschöpfung in aller Regel das Bruttoinlandsprodukt (BIP) verwendet. Auf Unternehmensebene wird zur Berechnung statt des BIP meist die sogenannte Bruttowertschöpfung (Umsatz abzüglich Vorleistungen) herangezogen. Aber: Eine Erhöhung der Arbeitsproduktivität bedeutet nicht unbedingt, dass die Arbeit leistungsstärker geworden ist. Die gestiegene Arbeitsproduktivität kann auch damit zusammenhängen, dass die Betriebsmittel (z.B. Maschinen) verbessert oder vermehrt wurden, die den Arbeitern zur Verfügung stehen.

Faktor 2: Das Kapital

Die Kapitalproduktivität beschreibt das Verhältnis von Kapitaleinsatz zur Wertschöpfung. In beiden Fällen — Arbeit wie Kapital — wird also nur ein Teil, der für die Produktion verantwortlichen Faktoren ins Verhältnis zum Ergebnis gesetzt. Ähnlich wie bei der Arbeitsproduktivität kann sich die Kapitalproduktivität verändern, ohne dass sich der Kapitaleinsatz ändert. Steigt bspw. der Output durch einen vermehrten Einsatz des Faktors Arbeit bei konstantem Kapitalstock, so steigt auch die Kapitalproduktivität.

Der Rest: Die Totale Faktorproduktivität

Ein weiteres häufig verwendetes Maß für die Produktivität eines Landes, eines Wirtschaftszweigs oder eines Unternehmens ist die Totale Faktorproduktivität (TFP), auch Multifaktorproduktivität genannt. Sie misst den Teil des Wachstums einer Volkswirtschaft, der nicht darauf zurückgeführt werden kann, wie sich der Einsatz der Produktionsfaktoren wie Arbeit und Kapital verändert. Ökonomen interpretieren diese Restgröße häufig als Indikator für Innovationen und den technischen Fortschritt eines Landes. Die Multifaktorproduktivität lässt auch Schlüsse darauf zu, welchen Einfluss die gesammelten Produktionsfaktoren aufs Wirtschaftswachstum hatten. Als quasi unerklärter Restwert misst sie allerdings auch unser Unwissen. Und sie ist anfällig für Messfehler.

Produktivität ist nicht Profitabilität.

Produktivität darf nicht mit Profitabilität verwechselt werden. Profitabler kann ein Arbeitgeber auch wirtschaften, wenn er die Löhne kürzt. So kann er zwar seinen Gewinn erhöhen, aber nicht die Produktivität steigern – denn der Einsatz, etwa an Arbeit durch die Arbeitnehmer, im Verhältnis zum Produktionsergebnis bleibt gleich.  Um die Wirtschaftlichkeit (sprich den Gewinn) zu ermitteln, werden Kosten und Aufwand mit dem Ertrag ins Verhältnis gesetzt. Bei der Produktivität geht es um einen mengenmäßigen Vergleich, Kosten oder Marktpreise spielen hier keine Rolle.

 



Kommentar verfassen